Menschen kommen am hl. Abend an einem Weihnachtsbaum zusammen.

„Weihnachten, besonders der heilige Abend, soll friedlich verlaufen.“ Das ist schnell gesagt, aber schwer zu planen.

Es ist ganz einfach, könnte man meinen. Weihnachten, das Fest der Familie! Aber wer gehört zur Familie, Kinder, Eltern, Großeltern…?

Was ist mit der Mutter von der Mutter, weil der Vater verstorben ist und Oma alleine vor dem Weihnachtsbaum sitzt?

Oder was ist mit dem Vater von Papa, da ist das auch so. Oma ist gestorben, jetzt ist er allein, das wissen alle. Opa und Oma sollen aber nicht kommen, wir wollen mit den Eltern alleine sein, ist die Meinung mancher Kinder. Andere Kinder wünschen sich, dass die Großeltern und Gäste kommen.

Der Arbeitsplatz, die weihnachtlichen Vorbereitungen, die Telefonate der Friedensplanung zehren an den Nerven.

„Es könnte ja mein Vater zu deiner Mutter gehen, dann sind beide nicht allein“. „An Weihnachten geht mein Vater nicht fort, da will er zuhause sein“. So oder so ähnlich, planen Familien. Es muss eine Lösung gefunden werden. Weihnachten ist das Fest des Friedens. Bestimmt haben alle großes Verständnis dafür, dass wir dann die Besuche an den Feiertagen aufteilen. An Heilig Abend ist die Familie zusammen, um den Weihnachtsbaum. Bei friedlicher Stimmung denkt jeder im Herzen an die Menschen, die jetzt alleine sind, die nicht eingeladen wurden. Ihre Enttäuschung liegt wie ein Schatten auf der Seele, trotz des Lichterzaubers.

In einer Patchwork-Familie wird es noch komplizierter. Wer besucht wen und wann? Wann ist Bescherung bei Mama, oder Papa? Wie viele Wunschzettel durften geschrieben werden?  Alle Großeltern wollen Freude schenken und mit den Enkelkindern, mit der Tochter, dem Sohn, ein frohes Weihnachtsfest verbringen. Die Feiertage reichen nicht aus! Es wird kompliziert!

Heilig Abend – alle singen und spielen Frieden, obwohl die Herzen geteilt und ihre Gedanken bei den Menschen sind, die sie auch lieben. Die Freude ist getrübt. Jeder denkt an die Menschen, die er jetzt gerne hier hätte. Das ist aber aus bestimmten Gründen nicht möglich. Am ersten Feiertag könnt ihr dann zu eurem Vater, oder zu eurer Mutter gehen. Da bekommt ihr bestimmt auch ein schönes Geschenk. Am zweiten Feiertag geht ihr die Großeltern mütterlicherseits besuchen. Am nächsten Sonntag dann eben zu den Großeltern väterlicherseits. Die erwarten auch, dass man sie nicht vergisst. Tante Frieda und Onkel Otto habe ich auch versprochen, dass wir kommen.

Alleinstehende sitzen vor dem Weihnachtsbaum, in Gedanken versunken.

Familien sitzen um den Weihnachtsbaum, sind glücklich, weil sie gut geplant haben.

Die Patchworkfamilien sitzen um den Weihnachtsbaum, sind glücklich, weil sie gut geplant haben.

Für die Kinder, folgen Tage der Bescherung. Das ist für sie Weihnachten.

Für die Erwachsenen bedeutet dies Stress. Die Kinder müssen von „da“ nach „da“ gebracht und wieder abgeholt werden. Die Begegnungen sind für alle emotional zu verkraften.

Für manche Menschen ist Weihnachten ein Fest von purer Freude.

Für Menschen, die allein und einsam sind, die ein Kind, oder einen lieben Menschen verloren haben, ist Weinachten ein trauriges Fest, weil die Seele trauert.

Friedens-Planung, eine Herausforderung im Kleinen, wie im Großen.

Die Engel singen von Frieden auf Erden. Nur der „Himmel“ kann den Frieden schenken. Gott teilt sich den Menschen mit, in Jesus von Nazareth, dessen Geburtstag wir an Weihnachten feiern.

Gott wurde Mensch! Wir gehen zur Krippe. Er wartet auf uns. Er segnet alles Planen. Er kennt alle Bemühungen um friedvolle Tage. Er ist bei uns.

Ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein friedvolles Jahr 2024.

 

                                                                                                                                Sr. Irmgard KMBA